11Mai
2009

Twitter Suchmaschine besser als Google?

So schnell, wie das Web 2.0 so einige Hypes und Trends hervor brachte, so schnell starben einige auch wieder oder fristen bestenfalls ein Nischendasein. Das wohl zurzeit am meisten diskutierte Thema ist, wie es mit dem Microblogging Dienst Twitter weitergeht. Aus dem Nischendasein ist Twitter längst heraus und kann bei so manchen Ereignissen ein schnellerer Nachrichtendienst als so manche richtige Nachrichtenseite sein.

Rund um den Erdball twittern zig Tausende Menschen persönliche und geschäftliche Daten. Angefangen bei völlig belanglosen Dingen bis hin zu brisanten Informationen ist alles vertreten. Insbesondere Firmen nutzen Twitter als Informationskanal, um auf neue Produkte oder Dienstleistungen aufmerksam zu machen. Ein Feedback der Follower ist in Echtzeit möglich und so entstehen Dialoge, die jeder öffentlich mitlesen kann. Das kann langweilig, aber auch spannend sein.

Für Twitter können diese Dialoge und Meinungen nicht nur zur Erstellung von Profilen anhand der personenbezogenen Daten genutzt werden, richtig spannend kann es werden, wenn Twitter diese Daten nutzt, um eine weitere Suchmaschine wie es Google ist, anzubieten.

Heute bereits gibt es jede Menge Seiten, die anhand der Twitter API Zusatzdienste rund um Twitter zeigen. Hier einige Beispiele:

Hashtag.org – Tops und Flops per Twitter

Mit einem Hashtag kann man in einem Tweet (so heißen die einzelnen auf 140 Zeichen begrenzten Textnachrichten) ein bestimmten Begriff hervorheben. Beispiel: #webdesign – Hashtag.org durchforstet alle Tweets und listet die Nachrichten sortiert nach der Häufigkeit auf. Umso häufiger ein bestimmter Hashtag von den Twitter-Nutzern verwendet wurde, desto höher die entsprechenden Tweets in der Hashtag – Topliste. Da ständig neue Tweets geschrieben werden, können so recht zeitnah (weltweite) Themen-Trends ersehen werden.

Twitpic – Bilder-Twitter

Nicht nur Tweets werden über Twitter verschickt, auch Bilder können über den Dienst Twitpic anderen zur Verfügung gestellt werden. Entweder über die Website loggt man sich mit seinen Twitter-Daten ein und lädt Bilder hoch oder über eine von Twitpic zur Verfügung gestellten E-Mail-Adresse kann man insbesondere mobil Bilder hoch laden. Twitpic ist also eine Art „Bilder-Twitter“.

Die Twitter eigene Suchmaschine – Search.twitter.com

Möglicherweise ist Search.twitter.com in naher Zukunft eine ernsthafte Konkurrenz zu Google, denn folgende Eigenschaften unterscheidet sich vom Suchmaschinen-Primus Google:

  • Vorteil: Erheblich schneller und aktuelle Informationen, da Tweets mit entsprechende Suchbegriffen und Hashtags zeitnah gefunden und angezeigt werden. So können sehr einfach und schnell Trends und Entwicklungen verfolgt werden und ggf. geschäftliche oder private Planungen gesteuert werden.
  • Nachteile: Zumindest sind meines Wissens nach im Moment keinerlei Kontrollen über die Tweets vorhanden. Ob gefundene tweets inhaltlich korrekt sind, muss jeder Nutzer selbst beurteilen. Suchergebnisse sind – wie bei Google – eine Mischung aus gewerblichen und privaten Inhalten, die teilweise nicht eindeutig unterscheidbar sind.

tweepz – Personen-Suchmaschine

Wer twittert? Wo wohnen die Twitter-Nutzer? Solche Fragen lassen sich bedingt beantworten, wenn man die „Personensuchmaschine für Twitter“ befragt. Man kann nach Personen, Orten oder angegebener Bio Daten suchen. Tweepz arbeitet – wie alle diese Dienste per Twitter API und greift auf die Twitter Daten zu. Twitter-Accounts können aber nur dann gefunden werden, wenn der Account-Besitzer einige Angaben über sich gemacht hat. Wer in seinem Account Ortsangaben wie „Germany“, „Lübeck“ oder gar seine gesamte Adresse angegeben hat, kann auch nicht über diese gefunden werden.

Top Twitter Friends: Mit welchen Twitteren redet man am häufigsten?

Rein vom Webdesign einfach gehalten, inhaltlich kann dieses Tool anzeigen, mit welchen Twitterern man am meisten „spricht“ und wer zum eigenem  “Freundeskreis” gehört. Top Twitter Friends (24.04.2013: Seite nicht mehr erreichbar) zeigt ein netzartiges Gebilde an, nachdem man seinen eigenen oder auch fremden Accountnamen eingegeben hat. Ferner bietet dieser Dienst an, Tipps zu geben, mit wem man sich ggf. vernetzten könnte. Wen man also „followern“ sollte.

FileSocial – Tweets mit Datei-Anhängen

140 Zeichen pro Nachricht sind für Menschen, die gern viel und ausgeschmückt schreiben viel zu wenig. Im modernen „SMS-Zeitalter“ ist man es inzwischen gewöhnt, sich kurz zu halten, mit Abkürzungen zu arbeiten und sich auf das Notwendigste an Text zu beschränken. Wer nun twittert, aber trotzdem Dateien veröffentlichen möchte, nutzt FileSocial. Mit diesem Dienst kann man beliebige Dateien einem Tweet anhängen.

TwitterMouth

Diese List an Seiten, die Twitter um zahlreiche Funktionen erweitern soll nur einen Überblick geben, wer aus der inzwischen fast unübersehbaren Zahl an Twitterseiten stöbern möchte, wird bei Twittermouth (24. April 2013: Seite nicht mehr verfügbar) fündig.

DWITTER – deutsch@twitter

Weder plattdeutsch noch ein Tippfehler befindet sich in der Überschrift. Viele der hier gezeigten Seiten arbeiten mit dem gesamten Daten, die Twitter per API zur Verfügung stellt. Anders bei dwitter.com (Seite nicht mehr verfügbar 6/2014), hier werden nur die deutschsprachigen Tweets ausgewertet. So kann ersehen werden, welche Hashtags / Themen die deutschen Twitterer gerade beschäftigt. Insbesondere für Marketing Aktionen lassen sich die auf dwitter gezeigten Informationen nutzen. Doch auch gesellschaftliche oder politische Diskussionen lassen sich hier zeitnah ablesen.

Die obigen Beispiele zeigen, wie vielfältig der Dienst rund um Twitter bereits jetzt ist. Insbesondere durch die Suchfunktionen, die Twitter selbst, aber auch die diversen obigen Anbieter ermöglichen, liefert Twitter einen sehr zeitnahen Einblick zu aktuellen Themen und Trends. So schnell Google besonders Blogs durch Ping-Dienste in den Index aufnimmt, Twitter ist da doch häufig eine Nasenlänge voraus. Es ist nicht auszuschließen, das sich Twitter zu einem ernsthaften Konkurrenten zu Google entwickelt, denn bezüglich Aktualität kann Google die (Such-) Funktionen von Twitter nicht erreichen.

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Ein Kommentar zu “Twitter Suchmaschine besser als Google?”
  1. Jochen sagt:

    Heute sind wieder neue comscore-zahlen zur twitter-nutzung veröffentlicht worden. demnach hält das Micro-Blog-Fieber weiter an: Alleine im April ist Twitter.com in den USA wieder um 83 Prozent auf 17 Millionen Besucher gewachsen. Man darf gespannt sein, wie sich das Wachstum international entwickelt hat.

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