Besucheranalyse – nicht jeder Zahl glauben

Wenn man wissen möchte, wie viele Besucher auf einer Website zugreifen, kann man als Webseiten-Betreiber unterschiedliche Programme nutzen. Ob einfach aus Neugier, zur Suchmaschinenoptimierung oder um professionelle Marketing-Aktionen ableiten zu können – die Zugriffs-Statistik einer Website kann helfen, die Qualität einer Website zielorientiert zu verbessern.

Je nachdem, mit welchem Besucheranalyse – Programm man arbeitet, können meist folgende Daten der Besucher ermittelt werden:

  • Besuchte (Unter-) Seiten
  • Datum und Uhrzeit
  • Geografische Herkunft: Land / Region anhand der IP-Adresse der Besucher
  • Herkunft der Besucher: Fremde Website (Referrer), Suchmaschine oder direkter Aufruf der eigenen Website
  • Besuche über Suchmaschinen: Suchmaschine, Suchbegriff / Such-Phrasen
  • Technische Info‘s: Gerät (z.B. Smartphone, Tablet-Computer), Betriebssystem, Browser, Farbtiefe, Auflösung, Plugin’s, etc.

In diesem Artikel beschreibe ich vier Besucheranalyse – Möglichkeiten, die man nutzen kann.

Log-Files des Servers – die Hintergrund Besucheranalyse

Die meisten Server (z.B. Apache) erfassen jeden einzelnen Zugriff von außen. Wenn also ein Zugriff auf die Website stattfindet, wird dieser mit diversen Daten wie Datum, Uhrzeit, Herkunft, etc. gespeichert.

Vorteile: Die Funktion der Log-Files ist in der Regel automatisch aktiv, daher muss der Seitenbetreiber nichts einstellen. ALLES wird erfasst und dokumentiert: Besuche von Suchmaschinen-Robotern, FTP-Traffic, Bilder up- oder Downloads und Zugriffe auf PDF-Dokumente. Diese Daten können durchaus wertvoll sein, wenn es zum Beispiel darum geht, heraus zu finden, wie oft eine Suchmaschine die eigene Site besucht um geänderte Inhalte zu indezieren.

Nachteile: Es handelt sich bei den Log-Files um reine Textdateien, die wenig verständlich sind und ein gewisses Maß an Erfahrung bedürfen, die Daten richtig zu interpretieren. Ferner jedoch sind diverse Info‘s in der täglichen Praxis für den Webseiten-Betreiber wenig interessant und meist eher verwirrend. Log-Files werden alle 24 Stunden neu gesichert, somit besteht keine Echtzeit-Analyse.

Statistik-Tool der Provider

Viele Provider bieten dem Kunden über einen speziellen Zugang die Möglichkeit, die Zugriffe der eigenen Website einzusehen. Meist ist dieser Zugang über den Kundenbereich des Providers erreichbar. Der Umfang dieser Statistik-Tools unterscheidet sich von Provider zu Provider, daher kann ich nur bedingt einheitliche Aussagen treffen.

Vorteile: Ohne Zusatzkosten werden die Daten erfasst und mehr oder minder umfangreich dargestellt. In der Regel erfolgt die Darstellung mit Diagrammen und Tabellen, daher sind die Daten leicht verständlich.

Nachteile: Man hat keine oder wenige Einstellungsmöglichkeiten. Die Daten beinhalten keine „Echtzeit-Analyse“ und werden in der Regel im 24-Stunden – Rhythmus aktualisiert. Die meisten mir bekannten Tools basieren auf den oben genannten Log-Files. Dies bedeutet, dass hier häufig Zugriffe mit eingebunden werden, die dem Webseiten – Betreiber verwirren können und daher eine eingeschränkte Hilfe darstellen.

Die beiden oben beschriebenen Statistik-Tools sind in der Regel Bestandteil eines Webhosting-Paketes, welches man bei einem Provider gebucht hat. Ob einem die hier gelieferten Daten genügen, muss Jeder selbst entscheiden. Fakt ist, das die folgenden Tools die Zugriffe auf eine Website meistens deutlich praxistauglicher auswerten und grafisch übersichtlicher darstellen.

Google Analytics

Das wohl bekannteste Besucheranalyse-Programm bietet Google kostenlos an. Der Umfang dieses Tools ist zweifelsfrei sehr umfangreich und es gibt jede Menge Auswertungsmöglichkeiten. Zur Nutzung des Systems benötigt man einen Google-Account. Diesen kann man sich kostenlos einrichten und muss nach der Einrichtung ein von Google Analytics bereit gestelltes Java-Script in die eigene Website einbinden.

Vorteile: Die Auswertungen sind äußerst umfangreich und individuell an eigene Bedürfnisse anpassbar.

Nachteile: Sämtliche Zugriffe der eigenen Website werden an Google übermittelt. Die eingesetzten Server sitzen in der Regel im Ausland, meist in den USA. Aus diesem Grund ist der Einsatz aus Sicht der deutschen Datenschützer umstritten, da nicht bekannt ist, ob und wie die Daten verarbeitet werden. Als weiteren Nachteil kann die Abhängigkeit des Dienstes genannt werden. Sollte Google den Funktionsumfang oder die Nutzungsbedingungen ändern, so ist man gezwungen, sich mit den ggf. neuen Tatsachen anzufreunden.

PIWIK

Bei dem System Piwik, welches als OpenSource-Lizenz angeboten wird, handelt es sich um ein Tool, welches auf – in der Regel eigenem – Server installiert werden muss.

Vorteile: Da im Normalfall ausschließlich der Webseiten-Betreiber Zugriff auf die erhobenen Daten erhält, wird dieses System datenschutzrechtlich als unbedenklich eingestuft, sofern einige interne Einstellungen (vor allem die Anonymisierung der IP-Adressen) aktiviert werden.
Es bietet ferner in Echtzeit eine Fülle von umfangreichen Auswertungen in einer grafisch übersichtlichen Form. Das Programm Piwik wird ständig weiter entwickelt und erhält so neue Funktionen, eine bessere Nutzerfreundlichkeit und wird somit für viele Webseiten-Betreibern in Zukunft wohl ein nützliches Tool darstellen.

Nachteile: Neben dem Einsatz von Javascript und Cookies (siehe nächsten Absatz), benötigt das System einige technische Voraussetzungen und Einstellungen (Webspace, Datenbank, etc.) auf dem eigenem Server. Diese können in der Regel nur von einem Dienstleister übernommen werden. Da die Installation und Einrichtung jedoch für den erfahrenen Dienstleister einen überschaubaren Aufwand darstellt, biete ich die Einrichtung zu einem sehr fairen Preis an.

Gemeinsame Nachteile von PIWIK und Google Analytics

So sehr die Vorteile der beiden Systeme auch für sich sprechen, so gibt es folgende grundlegende Nachteile:

Beide Systeme nutzen ein kleines Script (Java-Script) und benötigen die Akzeptierung von Cookies, welche es überhaupt erst ermöglichen, Zugriffe zählen zu können. Beide Funktionen (Script und Cookie) erfordern, das sie im Browser des Besuchers aktiv sind. Besucher, die also eine oder beide Funktionen deaktiviert haben, werden eingeschränkt oder gar nicht von Piwik oder Google Analytics erfasst. Daher kann es vorkommen, das mehr Besucher auf einer Website verweilen, die ggf. nicht vom System als Besucher angezeigt werden.

Darüber hinaus werden Links zur eigenen Website, die man z.B. in sozialen Netzwerken wie Facebook, Xing, Linkedin, etc. veröffentlicht hat, nicht oder eingeschränkt erfasst werden, da diese Portale die Links nicht oder eingeschränkt weiter geben.

Fazit

Analyse-Tools sind grundsätzlich ein gutes Mittel, Besucher-Trends zu erkennen und Rückschlüsse auf die inhaltliche Qualität der eigenen Website zu schließen. Man sollte jedoch nicht jede einzelne Zahl uneingeschränkt glauben und Diagramme mit einer gesunden Skepsis betrachten. Es sind halt nur Statistiken 😉

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