Bing durchsucht Twitter

Es war nur eine Frage der Zeit, bis große Suchmaschinen Twitter-Einträge durchsuchen und im eigenem Index auflisten. Interessant ist jedoch, das es nicht Google ist, der diesen Schritt geht, sondern der aktuelle Herausforderer Bing von Microsoft.

Im Zusammenarbeit mit Al Gore und dem amerikanischem Showmaster Ryan Seacrest listet die US-Version von Bing einige Twitter-Einträge auf, wie freshzweinull (Seite existiert nicht mehr) berichtet. Der markante Unterschied zwischen Google und Bing ist am Beispiel Twitter eindeutig: Bing hat somit beinahe eine Echtzeit-Suche und listet aktuelle Nachrichten somit schneller, als es Google bisher macht, da Google „nur“ Blog-Beiträge und „normale“ Webseiten listet.

Alle Twitter-Einträge in Suchmaschinen?

Es klingt ja auf den ersten Blick interessant, wenn die Suchmaschinen sämtliche auf 140 Zeichen begrenzten Nachrichten listen, doch was bringt es? Hier sollte man unterscheiden.

  • Für den Suchmaschinen-Nutzer:
    Insbesondere, wenn man aktuelle Nachrichten, Trends oder eine Echtzeit-Berichterstattung eines Ereignisses sucht, würde man über die Twitter-Suchfunktion in einer Suchmaschine sicher schnell zum gewünschten Ergebnis kommen können. Da aber sämtliche Twitter-Einträge just in time online sind, also keineswegs redaktionell oder sonstwie geprüft werden, können Nutzer ggf. schnell auf falsche Meldungen stoßen.
  • Für den Twitternden:
    Hier sehe ich nur Vorteile, denn wenn man nicht „nur“ über seine eigenen Follower, sondern auch über eine Suchmaschine wie Bing (oder bald Google?) Besucher auf seinen Twitter-Account bekommt, steigt die Bekanntheit und man gewinnt so weitere Follower. Aber nach wie vor gilt: Content ist King und auch beim Twittern sollte man in erster Linie Informationen schreiben, die auch von Belang sind.
  • Für den Suchmaschinen-Betreiber:
    Was Google lange ankündigt, mach Bing bereits. Daran ist klar zu erkennen, das Microsoft stark daran arbeitet, den momentanen schwachen Marktanteil (zwischen 6-8%) nach oben zu schrauben. Zurzeit ist Google dem Konkurrenten Bing haushoch überlegen, doch das könnte sich flott ändern.

Qualität der Twitter Suchergebnisse

Die Twitter-Suche auf Bing hat gewissermaßen einen Pilot-Charakter, doch was mag sich ändern, wenn wirklich alle Twitter-Accounts samt deren Tweets gelistet werden? Zweifelsfrei würden jede Menge Suchergebnisse gelistet werden, die eher in den digitalen Papierkorb gehören. Die Frage stellt sich, wie Suchmaschinen gute, weniger gute und schlicht unbrauchbare Tweets („Morgen Leute, sitz beim Bäcker und trinke Kaffee“) unterscheiden werden. Ansätze, wie das gehen kann, gibt es mehrere. Zum einen über die so genannten Hashtags oder schlicht nach den Begriffen, die in den Tweets vorkommen. Doch entstehen so qualitativ guter Ergebnisse?

Mein Fazit: Solange es keine Kontroll-Instanzen (weder bei Twitter selbst, noch bei den Suchmaschinen) gibt, bedarf es insbesondere vom Nutzer den Einsatz des gesunden Menschenversandes, der nach wie vor am besten beurteilen kann, welche Nachrichten für ihn wichtig sind.

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